Die Geschichte einer Entscheidung: Die zwei Wölfe

Ein alter Indianerhäuptling saß mit seiner jungen Enkelin und seinem Enkel am Lagerfeuer. Die anderen Indianer des Stammes hatten sich schon in ihre Wigwams zurückgezogen, nur die drei wärmten sich noch am Feuer."Erzähl uns eine Geschichte, Großvater", bat das Mädchen den alten Mann. "Ja, bitte", stimmte der Junge mit ein. Der alte Häuptling betrachtete seine beiden Enkel voller Liebe und begann zu erzählen:

 

"In jedem Menschen, auch in mir, leben zwei Wölfe. Sie streiten und kämpfen miteinander. Jeder will gewinnen. Der eine Wolf ist voller Neid, Missgunst, Ärger, Gier, Wut, Lüge, Hass, Selbstmitleid und Traurigkeit. Er ist verschlagen und hat scharfe Zähne und Krallen." "Und der andere?", fragte der Junge. "Nun, der andere Wolf ist voller Mitgefühl, Liebe, Selbstwertschätzung, Mut, Hoffnung, Freude und Vertrauen. Er hat ein großes Herz, intelligente Augen und ist voller Wärme. Diese beiden Wölfe führen einen ständigen Kampf in mir. "  "Und - welcher gewinnt?", fragte die Enkelin mit großen Augen. "Der, den ich füttere!", sagte der Alte und lächelte. 

 

Welchen Wolf füttern Sie hauptsächlich? Ist es derjenige mit den positiven oder der mit den negativen Gefühlen?  Alle Gefühle in uns haben ihre Berechtigung. Wir können Sie annehmen, haben jedoch die Wahl zu entscheiden, worauf wir uns konzentrieren.

 

Ein Beispiel:

Es ist Sonntag, draußen scheint die Sonne, es sind 28 Grad und der Himmel ist wolkenlos.  Sie haben für den Nachmittag einen Ausflug in den Botanischen Garten mit Ihrer Familie geplant. Die ganze Arbeitswoche haben Sie sich schon darauf gefreut. Die Zugtickets haben Sie samt Sitzplatzreservierung im Internet vorbestellt, der Picknickkorb ist mit allerlei Köstlichkeiten gespickt und Sie sind pünktlich am Bahnhof angekommen. Dann der erste Ärger. Ihr Zug hat 25 Minuten Verspätung. Ihr Bauch verkrampft, hinter ihren Schläfen macht sich ein Druck bemerkbar und die Kinder toben laut auf dem Bahnsteig herum. 10 Minuten später erscheint auf der Anzeigentafel die Information, dass der Zug wegen technischer Probleme ausfällt. Ihnen schießt durch den Kopf: "Das war ja klar! Nach dieser stressigen Arbeitswoche ist mir noch nicht mal ein entspanntes Wochenende vergönnt. Der ganze Sonntag ist gelaufen!" Unter wütenden Protesten und einigen Tränen Ihrer Kinder fahren Sie alle wieder nach Hause. Dort angekommen, verziehen Sie sich erst einmal ins kühle Wohnzimmer und Ihr Partner geht in sein Arbeitszimmer. An Entspannung ist für Sie beide nicht mehr zu denken.  Nur die Kinder laufen gutgelaunt mit dem Picknickkorb in den Garten, laden die Nachbarsmädchen auf die Picknickdecke ein und genießen den sonnigen Nachmittag. 

 

Was wäre passiert, wenn Sie den positiven Wolf gefüttert hätten? Welche Alternativen hätten Sie für Ihre gemeinsame Tagesgestaltung finden können, um und den Tag zu genießen? Und warum war die Wut der Kinder schnell wieder verraucht? 

 

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