Krisenfest werden - Krisenfest bleiben mit 3 Praxis-Übungen für mehr Lebensfreude

 

Nicht erst seit der Corona-Pandemie sind Menschen mit Krisen konfrontiert. Egal, ob in der Beziehung, im Job oder im Privatleben, gesundheitlich oder spirituell: Krisen gehören zum Leben.

 

Warum aber fällt es uns immer wieder so schwer, mit Krisen umzugehen und Strategien zu entwickeln, die uns helfen können, auch mit schweren Krisen aktiver und konstruktiver umzugehen? Nun wird eine Krise wie die Corona-Pandemie von jedem anders erlebt. Krisen lassen sich auch nicht miteinander vergleichen. Die empfundene Schwere einer Krise hat auch immer etwas damit zu tun, welche Auswirkungen wir von der Situation auf unser zukünftiges Leben erwarten. Deshalb ist jede schwierige Situation, jede belastende Lebensphase, jedes abrupt auftretende einschneidende Ereignis eine zutiefst persönliche Erfahrung und benötigt auch ganz persönliche Strategien zur Bewältigung. Auch die Grundeinstellung eines Menschen zum Leben bestimmt seinen Blick auf und den Umgang mit persönlichen Krisen. Blickt er eher positiv und zuversichtlich auf sein Leben oder ist sein Erleben eher von negativen und destruktiven Denkmustern bestimmt? Ist eine Krise eine unabwendbare Katastrophe oder eine Situation, die bewältigt werden will? Ein Tiefschlag oder eine Herausforderung?

 

Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, konstruktiv mit Krisen umzugehen um sich Handlungsoptionen im Stress und im Chaos offenzuhalten. So können Sie fast jede Lebenskrise meistern und sogar gestärkt aus ihr hervorgehen. Das wirkt dann wie eine „Impfung“ für die nächste Krise, können Sie nun doch auf bereits erfolgreich erprobte Reaktionen und Maßnahmen im Krisenfall zurückgreifen.

 

Mit folgenden kleinen Übungen können Sie sich Stück für Stück krisenfester machen:

 

1. Mein positiver Blick auf den Tag

 

Hierbei handelt es sich um eine verblüffend einfache und wirksame Übung, deren Wirkung viele Studien belegen konnten. Es ist eine Intervention aus der Positiven Psychologie, die die Lebenszufriedenheit erhöhen kann. Und so geht’s:

 

Nehmen Sie sich die nächsten 3 Wochen vor dem Schlafengehen ein paar Minuten Zeit. Besorgen Sie sich ein schönes Notizheft oder eine hübsche Kladde und notieren Sie sich jeden Abend drei Dinge, die Sie an diesem vergangenen Tag als schön empfunden haben. Vielleicht ein netter Plausch mit der Kollegin, das fröhliche Lachen Ihres Kindes oder die duftende Tasse Tee zu Ihrem guten Buch nach der Arbeit. Einfach drei schöne Momente oder Begebenheiten Ihres Tages. Dann notieren Sie dazu, warum Sie diesen Moment, diese Begebenheit als schön oder anregend empfunden haben. Was haben Sie gespürt, gehört, gesehen? Was haben Sie dabei gefühlt, was haben Sie gerochen? Und als letztes schreiben Sie zu jedem Ereignis auf, was Sie beigetragen haben, dass diese Moment genau so stattfinden konnte. Was war Ihre Rolle, was haben Sie getan, wie haben Sie geredet oder zugehört? So lenken Sie den Fokus auf die angenehmen Erlebnisse und erkennen Ihre Selbstwirksamkeit im Moment, das heißt, was Sie ganz konkret selbst tun können, um so schöne Momente des Tages für sich zu schaffen.

 

2. Meine Beziehungen festigen

Was uns in Krisen hilft, sind Menschen, die uns stärken, motivieren und aufbauen. Wir müssen nicht durch jede Krise alleine durch. Es ist ein Zeichen von Stärke, nach Rat und Unterstützung zu fragen, wenn man sie nötig hat. Stärken Sie also Ihre Beziehungen zu Menschen, die Ihnen Kraft, Mut und Optimismus vermitteln. Und lassen Sie die Menschen los, die Sie negativ beeinflussen, Ihnen Kraft rauben und nicht Ihrem inneren Selbst entsprechen. Auch in Zeiten wie diesen, wo Kontaktreduzierungen Familien belasten, Home-Office-Arbeit auch Kollegen voneinander entfernt und die Gemeinschaft in Vereinen und Yoga-, Pilates- oder sonstigen Sportkursen unter den Beschränkungen leiden, gibt es Möglichkeiten, mit seinen nährenden Beziehungen in Kontakt zu bleiben.

Wie wäre es mit einem Skype- , Whatsapp- oder Facetime-Anruf bei Familie oder Freunden? Greifen Sie zum Telefonhörer oder überraschen Sie die Menschen, die Ihnen am Herzen liegen mit einem klassischen, altmodischen Brief! Nehmen Sie ein Video von sich beim Spaziergang auf und senden Sie es Ihren Liebsten. Werden Sie kreativ und verbinden Sie sich mit Ihrer Clique über Zoom!  Kurz: nehmen Sie Ihre Freunde mit in Ihr Leben. Und zwar persönlich und nicht öffentlich auf der Social-Media-Timeline. Zeigen Sie den Menschen, die Sie wertschätzen, dass sie für Sie mehr sind als nur Follower auf einem Social Media-Kanal.

Fragen Sie sich also, wer Ihnen und Ihrem Leben guttut und dann entwickeln Sie Ideen, wie Sie Ihre Beziehung zu diesen Menschen lebendig halten und sogar verstärken können! Viel Spaß dabei!

 

 

3. Kümmern Sie sich um sich selbst

Gerade in Krisenzeiten neigen wir dazu, uns selbst zu vernachlässigen. Entweder, weil wir in Aktionismus verfallen, um anderen zu helfen und uns selbst dabei vergessen oder weil wir in Angst, Zweifel und Selbstmitleid verfallen und uns kaum aufraffen können, uns um uns selbst zu kümmern. Und das ist ganz normal. Krisenmodus ist Notfallmodus. Aber umso wichtiger ist es, den Blick auf sich selbst nicht zu verlieren! Sie können einer Lebenskrise – egal ob Sie nun persönlich selbst betroffen sind oder ein geliebter Mensch in Ihrem Umfeld – nur dann kraftvoll und handlungsfähig begegnen, wenn Sie selbst über Energie und Zuversicht verfügen. Resilienz ist hier heute das Zauberwort. Es bedeutet, dass Sie in Krisenzeiten wanken und schwanken, aber eben nicht brechen oder umfallen. Das erfordert jedoch einen klaren Geist und ein ausgeglichenes Energiekonto. Deshalb sollten Sie sich in Krisenzeiten niemals selbst vergessen oder „hinten anstellen“. Seien Sie achtsam mit sich, behandeln Sie sich liebevoll und voller Mitgefühl. So wie Sie es mit einer guten Freundin oder einem guten Freund machen würden, die oder der eine schwere Zeit durchmacht.

 

Finden Sie heraus was Ihnen guttut. Probieren Sie auch mal etwas Neues aus. Wir haben heute mehr Möglichkeiten als jemals zuvor, Neues zu erlernen. Es gibt Online-Kurse und kostenlose YouTube-Tutorials für wirklich fast alles, was Sie interessieren könnte. Erkundigen Sie sich, googeln Sie und nutzen Sie freie Zeit, sich um sich selbst zu kümmern. Stärken Sie Ihre inneren Kräfte, lachen Sie herzhaft (siehe auch unser Blogbeitrag „Dem Stress und der schlechten Laune ein Schnippchen lachen!“) und füllen Sie Ihre emotionalen und körperlichen Energietanks auf!

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und viel Erfolg mit diesen Tipps und Übungen – bleiben Sie krisenfest!

 

 

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