Warum Sie aufhören sollten, Ihren Partner zu bestrafen!

Wenn wir in einer Diskussion oder einem Streit wütend werden, entsteht diese Reaktion der Wut meist aus einem Gefühl der Angst – der Angst, dass jemand oder etwas nicht so funktioniert oder uns nicht so versteht, wie wir uns das wünschen. Unsere Angst vor diesem Kontrollverlust führt dazu, dass wir durch Aggressivität und „Zurückschlagen“ versuchen, die Kontrolle über die Situation zurückzugewinnen. Und eine der gebräuchlichsten und leider auch schädlichsten Arten, dies zu tun, besteht darin, den Partner zu bestrafen. Durch Liebesentzug, Sarkasmus oder Missachtung.

 

Der zerstörerische Effekt dieser Methode: Bestrafung verleiht Ihnen zwar oberflächlich kurzfristig ein Gefühl von Macht und Selbstbestätigung, entfernt Ihren Partner aber unweigerlich noch weiter von Ihnen. Sie verlieren tatsächlich die Kontrolle und die Beziehung wird brüchiger.

 

Wenn Sie Ihren Partner bestrafen, kann das bei ihm zu emotionalen Verletzungen führen. Bedenken Sie: Es liegt keine Liebe in einer Bestrafung, sondern nur Schmerz und Missachtung. Wenn Ihr Partner in der Beziehung bestraft wird, fühlt er sich noch einsamer und missverstandener. Und wenn es wiederholt zu Bestrafungen zum Zwecke der „Erziehung“ des Partners kommt, wenn sich diese Art von Bestrafung zu einem Muster entwickelt, kann es zu einem so ernsten Vertrauensverlust kommen, dass – selbst wenn Sie beide in der Beziehung bleiben – eine massive emotionale Kluft entsteht. Und es kann sein, dass der bestrafte Partner lernt, eine emotionale Mauer zu errichten, um sich vor weiteren Erniedrigungen und Schmerzen zu schützen. Tun Sie alles, um das zu vermeiden!

 

Wenn also „erzieherische“ Bestrafungen in einer Partnerschaft kontraproduktiv und zerstörerisch sind – was ist die Alternative? Wie drücken Sie Ihre Enttäuschung und Ihre Wünsche auch in Stresssituationen aus und stellen sicher, dass Ihr Partner daraus lernt?

 

Ein wunderbares Zitat hierzu lautet:

 

"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten."

(Verfasser unbekannt, oft Albert Einstein zugeschrieben)

 

Wenn Sie ein Problem immer wieder mit derselben Methode, wie eben der Bestrafung des Partners, lösen wollen, die aber einfach nicht wirklich funktioniert, tun Sie etwas anderes! Anstatt im Streit zurückzuschlagen und Ihren Partner mit Bestrafung maßregeln zu wollen, nutzen Sie die Macht Ihrer Liebe, Ihrer Freundlichkeit und Ihres Einfühlungsvermögens.

 

Fragen Sie sich nicht: „Warum versteht der mich nicht?“

Überlegen Sie, ob Sie denn die Wünsche und Argumente Ihres Partners richtig verstanden haben. Fragen Sie ihn, was genau er sagen will. Warum ihm das gerade wichtig ist. Fühlen Sie sich in seine Sicht, in seine Welt ein. Zeigen Sie ihm, dass er Ihnen wichtig ist, und Ihnen an einer Lösung gelegen ist. Erläutern Sie ihm, welche Wünsche und Vorstellungen Sie selbst haben. Versuchen Sie, gemeinsam zu einer Lösung zu finden. Danken Sie Ihrem Partner, wenn er sich auf ein Gespräch einlässt, bestärken Sie ihn in darin. Wir alle lernen schneller und nachhaltiger durch positive Bestärkung als durch Strafe.

 

Indem Sie sich mit Freundlichkeit und Mitgefühl für die Sichtweise und die dahinterliegenden Bedürfnisse Ihres Partners interessieren, ermutigen Sie ihn, zukünftig mehr und mehr dasselbe für Sie zu tun. Das wird Ihnen beiden helfen, sich gegenseitig näher zu fühlen und es auch zu sein. Bleiben Sie dran - Freundlichkeit und Einfühlungsvermögen sind keine fest verbauten Eigenschaften! Sehen Sie sie eher wie Muskeln, die trainiert werden können.

 

Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie Ihrem Partner in einem Streit immer recht geben müssen. Es geht hier nicht um Gewinnen und Verlieren. Es geht darum, dass Sie sich für eine gesunde, vertrauensvolle und zugewandte Beziehung öffnen.

 

 

Wenn Sie sich – auch in schwierigen Zeiten, wenn Sie sich verletzt und wütend fühlen, dem Gedanken öffnen können: „Ich liebe diesen Mann oder diese Frau und ich will keine weiteren Schmerzen, keine Verletzungen mehr verursachen“, dann sind Sie auf dem besten Weg, auf Ihren Partner zuzugehen, um diese Beziehung zu heilen.

 

 

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